Achtsamkeit im Alltag zu etablieren, bleibt eine Herausforderung. Es gibt bestimmte innere Haltungen, die das Praktizieren von Achtsamkeit unterstützen, aber auch dafür sorgen, dass Achtsamkeit nicht nur eine Methode bleibt, sondern eine grundsätzliche Haltung dem Leben gegenüber wird. Dazu gehören:​

 

Akzeptanz

Nicht alles, was wir uns wünschen, lässt sich realisieren. Nicht jeder Umstand – und sei er noch so unangenehm – lässt sich ändern. Auch mit der größten Anstrengung kann ich mich gegen den Wind stemmen. Er wird trotzdem weiter wehen. Wenn wir gegen unveränderliche Begebenheiten ankämpfen, kostet uns dies Unmengen an Kraft und Energie. Entweder erreichen wir wenig, nichts oder gar das Gegenteil von dem, was wir eigentlich beabsichtigt haben. Denn Druck erzeugt bekanntlich Gegendruck. Um es mit der Formel des Buddhisten Shinzen Young auszudrücken: Leiden = Schmerz x Widerstand.

Welche Dinge in Deinem Leben fallen Dir schwer zu akzeptieren und so anzunehmen, wie sie derzeit sind?

 

 

Geduld

Meditation

Entspricht etwas nicht unseren Erwartungen bzw. unserem Wollen, oder geht etwas nicht schnell genug, werden wir ungeduldig. Häufig reagieren wir dann mit Wut, die aber vor allem in einer Ohnmacht wurzelt. Wir sind frustriert, dass etwas nicht so läuft, wie wir es gerne hätten und sind wütend auf uns, auf die anderen, auf die Umstände oder auch auf eine Sache. Je mehr wir allerdings hier einen bestimmten Zustand anstreben, bzw. erwarten, desto eher wird dieser in weite Ferne rücken.

Das ist Geduld: die Dinge so anzunehmen, wie sie sind und ihnen die Zeit zu geben, die sie benötigen. Hier ist die Meditation ist hier ein guter Lehrmeister. Wir können Entwicklungen die Zeit geben, die sie benötigen, weil wir begriffen haben, dass sich Dinge gemäß ihrer eigenen Natur entwickeln, so wie das Gras im Frühling. Für alles gibt es eine passende oder auch unpassende Zeit. Dies zu akzeptieren, erfordert Geduld und Loslassen (dazu im nächsten Abschnitt mehr).

Bei welchen Situationen im Alltag neigst Du zu Ungeduld?

 

Loslassen

AchtsamkeitLoslassen bedeutet, sich weder an Dinge, Menschen, Ideen oder Projekte zu klammern bzw. an ihnen festzuhalten. Genauso können wir an Gefühlen, Gedanken oder Überzeugungen festhalten, unabhängig davon, wie nützlich oder schädlich sie für uns und unser Leben sind. Lassen wir los, hören wir auf, etwas erzwingen oder gegen etwas krampfhaft Widerstand leisten zu wollen. Das gilt auch für das Üben von Achtsamkeit. Je mehr wir hier Erfolge erzielen wollen, desto weniger wird dies gelingen. Erst wenn wir entspannen und loslassen, wird sich etwas tun.

An welchen Stellen in Deinem Leben haftest Du an etwas oder jemanden an?

 

 

Vertrauen

AchtsamkeitSofern es sich nicht um Naivität handelt, ist Vertrauen eine Haltung im Leben, die uns dabei hilft, in uns, unser Leben, unseren Weg und unsere Fähigkeiten zu vertrauen. Es ist ein Gefühl der Überzeugung, dass alles seinen Sinn hat. Wenn wir in der Achtsamkeitsmeditation mitunter denken, es passiere nichts oder es laufe etwas falsch, hilft uns Vertrauen dabei, trotzdem weiterzumachen und an den Prozess der Mediation zu glauben. Gerade, weil die Meditation auf Nichtstun beruht – in unserer schnelllebigen Gesellschaft für viele ein sehr schwer auszuhaltender Zustand – benötigen wir ein gewisses Maß an Vertrauen, dass alles seine Richtigkeit bzw. einen Sinn hat.

 Auf welche Deiner Eigenschaften, Fähigkeiten und Fertigkeiten kannst Du vertrauen?

 

 

Neugier

AchtsamkeitNeugier beschreibt ein Interesse an der Welt und begegnet dieser mit einer staunenden Haltung. Sind wir neugierig, wollen wir herausfinden, wie Dinge funktionieren oder Personen `ticken´. Neu-Gier ist eine Haltung, die begierig ist, Neues kennenzulernen, ohne es zu be- oder verurteilen. Kinder sind hier unsere Lehrmeister. Für sie ist noch alles neu und dementsprechend können sie noch über alles und jeden staunen. Neugier ist die Voraussetzung um Wissen zu erwerben und um zu lernen. Neugier erfordert Aufmerksamkeit. Es ist eine Geisteshaltung, die uns hilft, jeden Moment als neu und einzigartig zu erleben. Dies ist sehr hilfreich für unsere Meditationspraxis. Wir nehmen mit offener Neugier an, was dieser Augenblick uns bietet. Wir beobachten neugierig auftauchende Gedanken, Empfindungen und Gefühle. Praktizieren wir Achtsamkeit, stellt sich häufig von alleine eine Haltung der Neugier ein.

In welchen Situationen erlaubst Du Dir ein neugieriges Betrachten?

 

 

Nicht Urteilen

Wir sind es gewohnt, sofort alles, was uns im Kopf herumschwirrt, was uns begegnet, reflexhaft zu beurteilen. Wir kategorisieren unsere Gedanken, Gefühle, wie auch Personen und Erlebnisse in gut, schlecht oder neutral, oft abhängig davon, inwiefern diese Dinge mit unseren Glaubenssätzen und Anschauungen übereinstimmen. Unser Urteilen und Filtern laufen ununterbrochen und meist unbewusst ab. Dieses Vor-Urteilen führt jedoch dazu, dass wir den Augenblick selten `pur´ wahrnehmen.

In der Achtsamkeitspraxis geht es darum, sich dieser automatischen Bewertungsmuster bewusst zu werden und nicht alles sofort zu beurteilen, was gerade auftaucht. Wir beobachten nur, was in unserem Geist oder unserem Körper auftaucht und schauen neugierig, was es mit uns macht. Anschießend lassen wir die Empfindungen ziehen und leiten unsere Aufmerksamkeit sanft auf unseren Atem zurück.

In welche Situationen neigst Du dazu, vorschnell Urteile zu fällen?

 

Innere Freundlichkeit

AchtsamkeitSo, wie wir dazu neigen, Begebenheiten oder andere Menschen und deren Verhalten zu bewerten und zu beurteilen, bewerten und beurteilen wir auch uns selbst, gerade wenn wir Fehler machen. Das äußert sich vor allem in den Selbstgesprächen, die wir mit uns führen. Meist laufen solche Gespräche unbewusst ab und sind nicht immer freundlich, sondern eher destruktiv: `Ich bin ein Idiot´. Häufig werden sie auch in der `Du´-Ansprache abgehalten: `Schon wieder hast Du Mist gebaut.´ Sprich einfach achtsam, liebevoll und respektvoll mit Dir. Du darfst auch nachsichtig mit Dir sein. Sprich mit Dir so, wie Du auch mit Deiner besten Freundin sprechen würdest. Sei einfach freundlich zu Dir, führe Deine Selbstgespräche konstruktiv – nicht destruktiv, wie beispielsweise: `Was kann ich demnächst besser o. anders machen?´.

In welchen Situationen sprichst Du wie zu Dir?

 

Anfängergeist

Anfängergeist„Der Anfänger-Geist ist voller Möglichkeiten, während der Experte nur wenige sieht.“  Suzuki Roshi, Zen-Meiste)

Fangen wir etwas Neues mit der Haltung des Anfänger-Geistes an, stellen wir uns unserem Nicht-Wissen und der damit verbundenen Unsicherheit und erlauben uns Fragen zu stellen und Fehler zu machen. Wir sind wache Suchende und Beobachtende zugleich.

Begegnen wir unangenehmen Erfahrungen oder Problemen mit der Haltung des Anfängergeistes, fällt es uns leichter, neue kreative Wege für Lösungen zu finden, da wir nicht so sehr von bereits vorhandenen Kategorien eingeschränkt sind. Anstatt reflexhaft zu reagieren, betrachten wir die Situation vielleicht aus einer anderen Perspektive und kommen so zu alternativen Reaktionen und Entscheidungen.

Gibt es Situationen in Deinem Leben, denen Du mit der Haltung eines Anfängers begegnest?

 

Nicht Streben

Meist streben wir mit unseren Handlungen etwas an. Wir möchten etwas erreichen und verfolgen eine Absicht oder ein Ziel. Viele, die mit der Meditationspraxis beginnen, tun dies mit der Absicht, entspannter und gelassener werden. Verfolgen wir dieses Ziel jedoch allzu strebsam, droht es in weite Ferne zu rücken. Wir tun gut daran, zunächst alle Erwartungen und alles Streben loszulassen. Denn sobald wir uns bemühen, bestimmte Erfahrungen zu machen, desto eher verhindern wir, dass unser Geist sich klärt und zur Ruhe kommen kann.

Gibt es Ziele oder Situationen in Deinem Leben, die Du allzu strebsam verfolgst?

 

Großzügigkeit

AchtsamkeitGroßzügigkeit ist eine Haltung der Güte und Freundlichkeit sich selbst und anderen gegenüber. Wir geben, ohne etwas im Gegenzug dafür zu verlangen oder zu erwarten. Das kann sich auf materielle wie auch auf nicht-materielle Dinge beziehen. Wir schenken jemandem unsere Zeit, unser Lächeln, unser Ohr, unser Vertrauen oder ein Kompliment. Ebenfalls sind wir großzügig, wenn wir auf etwas verzichten, weil es dem anderen wichtig ist. Diese Haltung ist unabhängig davon, wieviel wir besitzen. Hier geht es um den Reichtum des Herzens.

Großzügigkeit können wir aber auch uns selbst zuteilwerden lassen. Beispielsweise dürfen wir nicht nur anderen ein Kompliment machen oder Zeit schenken, sondern auch uns selbst. In der Großzügigkeit uns selbst gegenüber akzeptieren wir uns so, wie wir sind.

In welchen Situationen warst Du Dir und/oder anderen gegenüber in der letzten Zeit großzügig?

 

Wenn Du mehr Interesse an diesem  Thema hast, hier noch einmal die Seite des Kurses, den Du dazu besuchen kannst: Mit Achtsamkeit zum inneren Frieden

 

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