Bildquelle und Video: Silke Sieben

Im Energieimpuls `Stress lass nach – 7 Maßnahmen für den Stressnotfall´ hatte ich versprochen, weitere Gegenmaßnahmen zum Stress zu vermitteln. Hier nun die erste Gegenmaßnahme:

Seid ungefähr fünfzehn Jahren zieht es mich täglich mindestens eine Stunde in den Wald. Aber ich gehe nicht nur spazieren, wie ich jetzt erfahren habe. Ich betreibe Shinrin Yoku. Das ist der Ausdruck japanischer Ärzte für `Waldbaden´.

In Japan wird Shinrin-Yoku von Ärzten als `Waldtherapie´ empfohlen, um Stress und degenerative Erkrankungen zu bekämpfen. Selbst gegen Krebs soll das Waldbaden helfen!

Das die Ausflüge meinem Körper und meiner Seele guttun, merke ich ja täglich. Aber nun wird dieses wohltuende Phänomen des Waldbadens neuerdings nicht nur von japanischen, sondern auch von deutschen und österreichischen Wissenschaftlern erforscht. Den heilsamen Effekt des Waldbadens erklären sie sich mit dem so genannten “Biophilia-Effekt” – der Interaktion zwischen Mensch und Natur.

“Ihr Immunsystem kommuniziert nicht nur mit anderen Organen und Systemen ihres Körpers und mit ihrem Gehirn, sondern auch mit der Außenwelt.“, so der Dipl.-Ing. Clemens G. Arvay. Welche Rolle ein Wald dabei spielen kann, erklärt der studierte Landschaftsökologe in seinen zahlreichen Büchern. Er beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen Mensch und Natur, wobei er die gesundheitsfördernden Effekte des Kontakts mit Pflanzen, Tieren und Landschaften in den Mittelpunkt rückt.

Das passt zu den Forschungsergebnissen von Professor Qing Li von der Nippon Medical School in Tokyo.

 

Ein Waldspaziergang gegen Krebs?

Wald gegen Krebs

Waldspaziergang geben Krebs

Qing Li hat in mehreren Studien mit seinen japanischen und koreanischen Kollegen gezeigt, dass schon ein kurzer, entspannter Spaziergang durch den Wald einen Einfluss auf unsere Gesundheit hat: Blutdruck, Kortisol und Puls sinken, während sich Aktivität und Anzahl der natürlichen Killerzellen (NK) im Blut erhöhen. Dabei bekämpfen sie nicht nur körperfremde Keime, sondern auch körpereigene Krebszellen. Qing Li konnte nachweisen, dass in bewaldeten Gebieten weniger Menschen an Krebs sterben als in Regionen ohne Wald. Was sich anhört wie ein kleines Wunder, wurde von der Nippon Medical School statistisch untermauert. Schon nach einer Stunde im Wald verbessert sich das Immunsystem. Doch wie ist das möglich?

Die immunsteigernde Wirkung der Waldluft lässt sich durch die sogenannten Terpene erklären: während Menschen und Tiere mit Lauten kommunizieren, unterhalten sich Pflanzen mittels chemischer Botenstoffe. Die meisten dieser Duftstoffe bzw. `Duftvokabeln´ gehören zu den sogenannten Terpenen. Mit den Terpenen schützen sich die Pflanzen auch vor Bakterien und Insekten. Aber wieso schützt das auch unseren Organismus?

Die Pflanzen geben die Terpene an die Luft ab. Einige dieser Terpene kommunizieren dabei auch mit unserem Immunsystem. Bei einem Waldspaziergang atmen wir den Duftcocktail ein und nehmen ihn über unsere Haut auf. Dies führt zu einer deutlichen Vermehrung der natürlichen Killerzellen im Körper um bis zu 50 %. Diese Killerzellen sind dann auch noch länger aktiv. Also, was die Pflanzen schützt, schützt auch uns.

Die Konzentration der Terpene steigt im April und Mai stark an und erreicht ihren Höhepunkt zwischen Juni und August. Auch bei feuchtem Wetter, nach Regen und bei Nebel befinden sich besonders viele Terpene in der Waldluft. Das Waldbaden ist sowohl in Japan als auch in den USA eine von den staatlichen Behörden anerkannte Therapie. Aber der Wald kann noch viel mehr:

 

Der Wald als Jungbrunnen

Wald

Jungbrunnen

Sind wir im Grünen, schüttet unser Körper vermehrt das Hormon DHEA aus. Dieses Hormon, welches in der Nebennierenrinde gebildet wird, wirkt stress- und altersbedingten Vitalitätsstörungen und Ermüdungserscheinungen des Körpers entgegen. Es stärkt unser Immunsystem sowie die Gesundheit von Herz und Blutgefäßen und hat einen aufbauenden Effekt auf nahezu alle Zelltypen. Außerdem kann es das Risiko für Diabetes, Osteoporose und Krebserkrankungen senken. DHEA wird aus diesen Gründen auch als das perfekte Jungbrunnenhormon bezeichnet. Allerdings lässt die DHEA-Produktion bei Stress und mit zunehmendem Alter erheblich nach. Gehen wir durch den Wald, wird diese Produktion – unabhängig vom Alter – angekurbelt. Deshalb ist Waldbaden in gewisser Weise auch ein Baden im Jungbrunnen.

 

Der Wald als Energiespender und Entschleuniger

Ruhepunkt

Wald als Entschleuniger

Gerade in heutigen Zeiten, die von Hektik und Effizienzstreben gekennzeichnet sind, wirkt sich ein Waldspaziergang wohltuend auf Körper und Seele aus. Der Wald schenkt uns Frieden und innere Ruhe, so dass sich unsere Nerven beruhigen können. Bei einem `Gedankengang´ können wir zur inneren Klarheit gelangen. Wir betrachten unseren Alltag und unser Leben aus einer übergeordneten Perspektive, werden dabei inspiriert und kommen auf Ideen, auf die wir so am Schreibtisch nicht unbedingt gekommen wären. Häufig gehe ich müde und als gefühltes `Wollknäul´ in den Wald hinein und komme `aufgeräumt´, gut gelaunt und energetisiert wieder hinaus. Manchmal ist es aber auch schön, den inneren Dialog einfach ganz einzustellen und sich voll und ganz auf die Sinne zu konzentrieren.

Der Wald aktiviert unsere Sinne

Der Wald aktiviert alle unsere Sinne: wir riechen, hören, spüren und sehen den Wald. Grün beispielsweise regeneriert und beruhigt unsere Augen, unsere Nerven und lässt uns Kräfte sammeln.

Durch den reduzierten Lärm (bereits 100 Meter entfernt vom Waldrand nimmt der Lärm ab und ist nur noch halb so stark) lassen Beschwerden durch Reizüberflutung wie zum Beispiel Konzentrationsmangel, Kopfschmerzen oder Hörprobleme deutlich nach. Das Vogelgezwitscher, Bach- und Baumrauschen aktiviert unseren Parasympathikus, den Nerv, der für Erholung zuständig ist.

Der Duftcocktail, den die Pflanzen abgeben, aktiviert nicht nur unser Immunsystem, sondern kurbelt auch unseren Glückshormonhaushalt an. Die ätherischen Öle und Terpene von Nadelbäumen haben eine erfrischende, desinfizierende und für die Bronchien heilsame Wirkung.

Der federnde Boden ist gut bei Rücken- und Gelenkbeschwerden.

Der Wald als Heilungsbeschleuniger

Wald

Heilungsbeschleuniger

“Wir wissen, dass Menschen im grünen Umfeld schneller gesund werden”, sagt Angela Schuh vom Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. In der medizinischen Farbtherapie wird Grün bei Herzkrankheiten eingesetzt. Alleine der Anblick von Wald wirkt sich positiv auf den Heilungsprozess aus:  Patienten einer Klinik brauchten nach einer OP weniger Schmerzmittel und konnten früher entlassen werden, wenn sie auf Wald statt auf eine Mauer geschaut haben. Die Atmosphäre des Waldes, die Stille, das gedämpfte Licht und die Anwesenheit von Wasser lassen uns zur Ruhe kommen, während die frische, kühle Luft uns stärkt und vitalisiert.

Insgesamt steigert der Wald unsere Wahrnehmungsfähigkeit und Konzentration, reduziert Stress, stärkt das Immunsystem, hilft gegen Depression, lässt uns besser schlafen, schneller gesunden und hat dazu noch eine verjüngende Wirkung. Also, ab in den Wald…

Eine Anleitung zum Waldbaden in fünf Schritten:

Dies ist nicht die offizielle Anleitung zum Waldbaden, sondern meine ganz persönliche😊…

1. Den eigenen Rhythmus finden: Finde Deinen eigenen Rhythmus. Jeder Mensch hat seinen eigenen Gehrhythmus. Der eine geht zügig, der andere langsamer. Das ist unerheblich. Hauptsache, dass Du Dich wohl fühlst. Es geht nicht darum in einer bestimmten Zeit ein bestimmtes Streckenmaß abzuarbeiten. Beim Waldbaden geht es nicht um Sport oder Leistung, sondern um Entspannung und innere Ruhe.

2. Meditation in der Bewegung: Um `runterzukommen´ und meinen eigenen Rhythmus zu finden, bediene ich mich einer Atemübung im Gehen, indem ich meine Schritte mit einem bestimmten Atemrhythmus kombiniere: zwei Schritten atme ich ein. Dabei sage ich mir ein Wort, das mir guttut, zum Beispiel: `ruhig´. Dann halte ich meinen Atem für die nächsten zwei Schritte an. Wenn ich danach für zwei Schritte wieder ausatme, sage ich mir ein anderes Wort, zum Beispiel `entspannt´. Danach gehe ich wieder zwei Schritte, während der Atem in mir ruht. Dann fange ich mit diesem Vierer-Rhythmus von vorne an. Diese Schritt-Atem-Wort-Wiederholung beruhigt meinen Geist und meinen Körper. Selbstverständlich ist der Rhythmus – je nach Luftmenge – individuell anzupassen.

3. Pausen machen: Halte ruhig ab und zu inne. Setze Dich auf eine Bank oder einen Baumstamm und lausche der Natur. Finde zur inneren Ruhe. Vielleicht magst Du auch kurz die Augen schließen. Ich stelle mir dabei manchmal vor, aus meinem Körper wachsen feine dünne Lichtfäden, die sich mit denen der Natur verbinden, wodurch es dann zu einem Energieaustausch kommt 😊. Meistens fühle ich mich danach belebter.

4. Wahrnehmen: Nehme die Umgebung mit all Deinen Sinnen wahr. Genieße die Farben, Gerüche und Geräusche des Waldes. Genieße das Grün der Blätter und beruhige Deine müden Augen. Beim Augenschließen kannst Du Dich voll und ganz auf die Akustik des Waldes konzentrieren. Lausche auf das Vogelzwitschern und das Rauschen der Bäume. Vielleicht plätschert auch noch irgendwo ein Bach dazu. Verwöhne Deine Nase mit dem Duft des Waldes. Nehme den Wald mit jeder Pore in Dich auf.

5. Genießen: Genieße Dich, den Wald, die Stille und das Alleinsein.

 

Nun wünsche ich Dir wunderschöne und entspannende Momente beim Waldbaden 😊.

 

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