Krise als Chance sehen

Jeder geht anders mit Schwierigkeiten, Schicksalsschlägen und Rückschritten um. Eine weit verbreitete Haltung ist es, anderen oder den Umständen die Schuld für eine missliche Situation zu geben. Man sieht sich selbst als Opfer.

Menschen, die hingegen die Opferrolle verlassen und sich bemühen jegliche Probleme eigenverantwortlich zu lösen, auch wenn sie sie nicht verursacht haben, bezeichnet man als resilient. Dabei richten sie ihre Aufmerksamkeit auf ihre Rolle in der bestehenden Situation, setzen sich aktiv damit auseinander und versuchen die Situation in ihrem Sinne zu lösen. Sie übernehmen die Konsequenzen für getroffene Entscheidungen und das eigene Tun.

 

ResilienzMan muss unterscheiden zwischen schwierigen Situationen, auf die man Einfluss hat oder gehabt hätte und Situationen, in denen man keine Kontrolle hat, wie beispielsweise der Tod eines nahe stehenden Menschen. Schutzreaktionen, wie das Geschehene zu verdrängen, können zunächst helfen, um sich erst einmal `am Leben zu halten´. Auf Dauer ist dies jedoch kontraproduktiv. Resiliente Menschen blicken den belastenden Ereignissen ins Auge – zumindest nach einer angemessenen Zeit – , setzen sich damit auseinander, um sie entsprechend zu verarbeiten und damit umgehen zu können.

Situationen, auf die wir keinen Einfluss haben, können wir uns nicht immer aussuchen. Aber wir haben die Wahl uns zu entscheiden, wie wir damit umgehen. Wir können darauf einwirken, welche Bedeutung wir der Situation beimessen, auf welche Aspekte wir unsere Aufmerksamkeit ausrichten wollen und welche Schritte wir als Nächstes einleiten werden. Dabei ist es keine Schande, sich externe Hilfe zu holen.

Aber vielleicht helfen Dir hier auch schon einmal fürs erste die folgenden acht Punkte, um mit Niederlagen, Rückfällen und Krisen konstruktiv umzugehen.

 

 

8 beispielhafte Tipps, zum konstruktiven Umgang mit Krisen

Je nach Situation, wird der ein oder andere Tipp besser passen…   Siehe auch zur aktuellen Lage den Artikel `Tipps für die Psychohygiene in Zeiten von Corona´

 

1) Stelle Dir drei wichtige Fragen 

  1. Was passiert gerade? (Verständnis)
  2. Wozu passiert mir das? (Sinn)
  3. Wie kann ich die Herausforderung handhaben? (Machbarkeit)

Diese Fragen stammen aus der Salutogenese, die sich wissenschaftlich mit der Entstehung von Gesundheit beschäftigt und auf den Medizinsoziologen Aaron Antonovsky zurückgeht. Salutogenese ist eng mit einem Gefühl – dem sogenannten Kohärenzgefühl – verknüpft. Antonovsky versteht darunter ein Zugehörigkeitsgefühl und eine tiefe innere Zufriedenheit mit sich selbst und anderen. Drei Komponenten sind für das Kohärenzgefühl von Bedeutung:

  1. Verstehbarkeit: Die Fähigkeit, Zusammenhänge herzustellen zwischen den Geschehnissen, die das Leben bereithält.
  2. Sinnhaftigkeit: Die Überzeugung, dass alle Geschehnisse einen Sinn haben. Durch diese Überzeugung fällt es leichter, die Geschehnisse zu akzeptieren.
  3. Handhabbarkeit: Die Fähigkeit, mit Geschehnissen umzugehen.

 

 

2) Konzentriere Dich auf Chancen statt auf Probleme

Resilienz

Wir neigen dazu, uns hauptsächlich auf Probleme und Hindernisse zu konzentrieren. Das hat evolutionsbiologische Gründe. Wenn etwas nicht klappt, probiere etwas anderes aus. Halte nach Chancen und Lösungen Ausschau, anstatt Dich von Hindernissen und Problemen ausbremsen zu lassen. Die Konzentration auf Lösungen schließt allerdings eine Problemanalyse nicht aus. Wir sollten nur nicht beim Problem hängen bleiben.

 

3) Relativiere

Misserfolge können aber auch Hinweise auf den richtigen Weg sein. Manch ein Misserfolg hat sich am Ende als Wegweiser zu einer positiven Entwicklung herausgestellt. Misserfolge können Botschaften sein, einen anderen Lösungsweg auszuprobieren.

 

4) Reflektiere Deine vergangenen Krisen

Stelle Dir folgende Fragen: Wie bist Du mit vergangenen Krisen umgegangen? Wie beurteilst Du sie aus heutiger Sicht? Was hast Du daraus gelernt? Was kannst Du ihnen aus heutiger Sicht abgewinnen?

 

5) Wechsel die Perspektive

Resilienz

Frage Dich bei einer Niederlage: `Was habe ich auf meinem Weg gelernt?´ Eine solche Frage lenkt die Betrachtung und den Fokus eher auf den Prozess als auf das Ergebnis. Betrachte Fehlversuche nicht als Scheitern, sondern als Erfahrung, aus der Du lernen kannst.

 

 

 

6) Beschreibe Dein Umfeld

ResilienzWenn Du Dich gerade in einem Katastrophenmodus befindest, beschreibe drei Dinge, die Du siehst. Beschreibe ihre Größe, Form, Textur und Farbe. Zum Beispiel: ein heller Holztisch mit rauer gemaserter Oberfläche, ca. 1 x 1 Meter groß, auf dem ein grauer Kaffeebecher aus Porzellan steht, eine Zeitung in der linken hinteren Ecke liegt und ein Stapel Post in der Mitte. Diese Übung holt Dich zurück ins Jetzt und hilft Dir, herunterzukommen. Es fällt Dir leichter, die Situation aus einer neutralen Perspektive zu betrachten und Deine Panik loszulassen.

 

 

 

7) Nehme Hilfe in Anspruch

HelfenWenn wir uns in einer richtigen Krise befinden, also nicht nur eine Niederlage oder einen Rückfall erlitten haben, dann fühlen wir uns klein, hilflos und ängstlich. Das ist völlig normal. Es ist wichtig, dem Raum zu geben und sich bestenfalls einer Person des Vertrauens ‑ dem Partner, der Freundin oder einem Therapeuten ‑ anzuvertrauen und unser Herz auszuschütten. So kann die Angst kleiner werden, die Sortierarbeit beginnen und eine Orientierung wieder möglich werden. Allerdings brauchen wir in solchen Situationen Geduld, da nicht einfach ein Schalter umgelegt wird. Schritt für Schritt können wir uns dann wieder mehr und mehr Handlungsmöglichkeiten aufbauen und die Krise bewältigen.

`Bedeutende Erfolge sind das Ergebnis überwundener Krisen.´ Hans Arndt

 

 

 

8) Aktiviere Deinen `inneren Humorbeauftragten´

Humor ist nicht nur gesund, sondern macht auch schlau. Lachen vitalisiert Körper und Seele. Im Gehirn werden während des Lachens die Glückshormone Endorphin und Serotonin produziert und die Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin unterdrückt. Und hier liegt die Chance: Wenn Du der einen oder anderen Herausforderung des Lebens mit Humor statt mit Angst und Stress begegnest, entspannt das Dein limbisches System. Bei Angst schaltet es auf Angriff, Flucht oder erstarrt. Unser lösungsorientiertes Großhirn sagt sich dann: „Da halte ich mich lieber raus.“ Unser Denken schaltet sich ab. Kommt aber Humor ins Spiel, entspannt sich unser limbisches System und das Großhirn wird wieder aktiv. Verkürzt gesagt: `Angst macht dumm, Humor macht schlau. ´

Falls also demnächst wieder eine unschöne Situation an Deine Tür klopfen sollte, wünsche ich Dir Kraft, Gelassenheit und einen Schuss Humor 😊…

 

Konkrete Übungen und weitere Tipps erhältst Du in meinen Online-Kursen:

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